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TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort: Die Rennstrecke gehört wieder den Möwen
Opinions ·13. August 2026

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort: Die Rennstrecke gehört wieder den Möwen

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort: Die Rennstrecke gehört wieder den Möwen

12 Min. Lesezeit

TAG Heuer verabschiedet Zandvoort mit der Formula 1 Solargraph in Orange. 38 Millimeter, Solarwerk und ein Preis, der kurz die Stimmung verdirbt. Eine Uhr über den letzten Grand Prix, die vielleicht erst richtig interessant wird, wenn die Formel 1 längst weitergezogen ist.

TAG Heuer Solargraph Ref. WBY111H.FT8128, WBY111L.BA0042 #GP Niederlande 2026

Der Kalender macht Schluss, das Kaliber läuft weiter

Am Montagmorgen des 24. August 2026 wird wahrscheinlich irgendwo hinter der Haupttribüne des Circuit Zandvoort ein Mann in Warnweste einen Kabelbinder vom Boden aufheben. Neben ihm werden halbvolle Müllcontainer stehen, ein Gabelstapler wird Absperrgitter davontragen, und auf der Straße Richtung Haarlem wird der letzte Teamtruck zwischen Lieferwagen und Menschen stecken, die einfach nur zur Arbeit wollen. Am Tag zuvor dürfte derselbe Ort noch aussehen, als hätte jemand die Niederlande auf maximale Sättigung gestellt: Orange auf den Tribünen, orange in den Straßen, orange auf Köpfen, Schultern und allem, was sich für ein Wochenende mit einer Fahne versehen lässt. Dazwischen rast das Formel-1-Feld durch die Dünen, während hinter ihm die Nordsee so tut, als ginge sie das alles nichts an.

Nach dem derzeitigen Vertrag endet damit der jüngste Abschnitt des Dutch Grand Prix. Die Veranstalter haben entschieden, nach 2026 nicht im Kalender zu bleiben. Die Tarzanbocht wird deshalb nicht zugeschüttet, die überhöhten Kurven werden nicht eingeebnet, und am Strand wird weiterhin Sand in Schuhe gelangen, die dafür eindeutig zu teuer waren. Was vorerst verschwindet, ist jenes Wochenende, an dem ein kleiner niederländischer Küstenort den Betrieb einer globalen Sportindustrie schluckt und drei Tage lang wirkt, als hätte Orange eine eigene Staatsform gegründet.

TAG Heuer schickt dem vorläufigen Abschied zwei Formula 1 Solargraph hinterher. Beide messen 38 Millimeter, tragen ein graues Zifferblatt, eine orangefarbene Lünette und rote Akzente. Die Referenz WBY111H.FT8128 setzt das Farbsignal am Kautschukband fort und sieht aus, als hätte sie sich beim Verlassen der Tribüne geweigert, die Fanbekleidung auszuziehen. Sie kostet 2.100 Euro. So viel zum sentimentalen Teil.

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort am orangefarbenen Kautschukband

Die Referenz WBY111H.FT8128 trägt das Zandvoort-Orange von der Lünette bis ins perforierte Kautschukband / Foto: TAG Heuer

Bevor Zandvoort wieder ein Badeort wird

Der Dutch Grand Prix kehrte 2021 nach 36 Jahren Pause nach Zandvoort zurück. Seitdem gehörte das orangefarbene Publikum so zuverlässig zum Fernsehbild wie die Dünen, die engen Auslaufzonen und Kurven, deren Überhöhung selbst eine Wasserwaage nervös machen dürfte. Für 2026 wurde der Vertrag noch einmal verlängert, anschließend zieht sich der Veranstalter zurück. Formel 1 und Organisatoren sprechen deshalb vom Finale. Eine Garantie für alle Ewigkeit ist das nicht. Zandvoort war schon einmal seit 1985 verschwunden und stand 2021 trotzdem wieder im Kalender. Im Motorsport ist ein endgültiger Abschied gelegentlich nur eine Pressemitteilung mit langer Halbwertszeit.

Fest steht dagegen das Programm dieses Wochenendes. Vom 21. bis 23. August 2026 wird gefahren, am Samstag erstmals mit einem Formel-1-Sprint auf niederländischem Boden. Das Hauptrennen am Sonntag ist über 72 Runden angesetzt. Wer in der Solargraph bereits ein Erinnerungsstück sieht, kauft also streng genommen eine Erinnerung, bevor das Ereignis stattgefunden hat. Die Uhrenindustrie nennt so etwas rechtzeitig lanciert, andere Branchen würden vielleicht Vorverkauf sagen.

Die Gestaltung braucht keine lange Übersetzung. Um das graue Opalin-Zifferblatt liegt eine orange-rote Minuterie, darüber sitzt eine beidseitig drehbare TH-Polylight-Lünette mit weißer 60-Minuten-Skala. Rot lackierte Zeiger und applizierte Indexfassungen stehen auf der kühlen Fläche, ihre cremefarbene Super-LumiNova leuchtet nachts grün. Bei sechs, neun und zwölf Uhr sitzen die schildförmigen Indizes der Formula 1, während das Datum bei drei Uhr seine kleine rechteckige Amtsstube bezogen hat.

Auf dem Papier liest sich die Farbkombination wie die Bestellung eines Mannes, dem jemand den Pantone-Fächer zu spät weggenommen hat. Auf der Uhr funktioniert sie, weil das Grau den Entwurf zusammenhält. Es ist der Asphalt zwischen all dem Orange. Ohne diese Fläche wäre die Solargraph ein niederländischer Fanshop kurz vor Ladenschluss, mit ihr bekommt die Farbe eine Bühne und sogar die gezackte Lünette darf wieder aussehen, als hätte Sportlichkeit 1986 noch keine Materialbroschüre mit hundert Seiten benötigt.

Beide TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort Limited Editions

Orangefarbener Kautschuk oder sandgestrahlter Stahl: Technisch sind beide Zandvoort-Ausführungen identisch / Foto: TAG Heuer

1986 war Kunststoff noch keine Charakterprüfung

Als die Formula 1 im Jahr 1986 erschien, war sie die erste Uhrenlinie, die unter dem frisch entstandenen Namen TAG Heuer auf den Markt kam. Techniques d'Avant-Garde hatte Heuer 1985 übernommen, und statt den neuen Doppelnamen mit einer kleinen mechanischen Kathedrale zu erklären, begann die Marke mit farbigen Quarzuhren in glasfaserverstärkten Kunststoffgehäusen. Sie waren sportlich, vergleichsweise zugänglich und kommunizierten ihre Absicht ungefähr so kompliziert wie eine Startampel.

Die Zandvoort-Ausgaben greifen diesen Baukasten auf, kopieren aber keine einzelne Uhr von 1986. Ihre grau-orange Farbgebung erinnert besonders an Formula-1-Modelle der 1990er Jahre. Das ist keine pedantische Fußnote, sondern der Unterschied zwischen Familienähnlichkeit und Geburtsurkunde. TAG Heuer hat das historische Vokabular neu gesetzt: Das heutige Gehäuse besteht aus sandgestrahltem Stahl, das flache Glas aus Saphir, und die Lünette aus dem markeneigenen Polymer TH-Polylight. Der alte Kunststoffcharme trägt inzwischen also ein Schweizer Luxuspreisschild und hat gelernt, seinen Werkstoff beim Handelsnamen zu nennen.

Das Format rettet den Entwurf vor Übermut. Die frühen Formula 1 waren etwa 35 Millimeter groß, die neue Solargraph-Generation kam 2025 mit 38 Millimetern zurück. Größer sollte diese Uhr kaum werden, denn ihre Lünette nimmt viel Fläche ein, die Typografie spricht mit Stadionstimme und die Indizes haben breite Schultern. Zwei zusätzliche Millimeter würden denselben Dienst leisten wie eine Startnummer auf einer Litfaßsäule: besser lesbar, nur hat niemand danach gefragt.

Mit 45,2 Millimetern von Bandanstoß zu Bandanstoß und 9,9 Millimetern Höhe bleibt das Gehäuse kompakt. Seine räumliche Enge passt ausnahmsweise sogar zum Anlass. Zandvoort gewinnt seinen Charakter ebenfalls nicht durch verschwenderischen Platz. Die Strecke zwängt sich durch die Dünen, das Publikum sitzt nah am Geschehen, und wenige Kilometer weiter spielt dieselbe Landschaft wieder unschuldig Badeort.

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort am Stahlband

Die Referenz WBY111L.BA0042 kombiniert die orangefarbene TH-Polylight-Lünette mit einem dreireihigen Stahlband / Foto: TAG Heuer

Während die Autos Energie verwalten, genügt der Uhr ein Fensterplatz

Im Inneren arbeitet das Solarquarzkaliber TH50-00, das laut übereinstimmender Fachberichterstattung von der zur Citizen Gruppe gehörenden Manufaktur La Joux-Perret stammt. Natürliches und künstliches Licht wird in elektrische Energie umgewandelt und in einem Akkumulator gespeichert. Nach einer Minute Lichteinfall besitzt die Uhr laut Hersteller genug Energie für einen Tag, vollständig geladen läuft sie bis zu zehn Monate ohne weitere Lichtzufuhr. Ein stehen gebliebenes Werk soll nach zehn Sekunden Licht wieder anspringen, für den Akkumulator nennt TAG Heuer eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren.

Am Rennwochenende liefert das einen hübschen technischen Kontrast. Auf der einen Seite sitzen Ingenieure vor Monitorwänden und rechnen an Energiestrategien für Autos, deren Entwicklungsetats vermutlich genügen würden, um einen respektablen niederländischen Vorort zu kaufen. Auf der anderen Seite hält man diese TAG Heuer kurz ins Licht, und für heute ist energetisch alles geklärt.

Ein mechanisches Werk hätte die Preisdebatte beruhigt, aber die Geschichte schlechter erzählt. Die Formula 1 war 1986 ausdrücklich eine Quarzuhr. Das TH50-00 führt ihre technische Nüchternheit fort, ohne so zu tun, als müsse jeder Motorsportbezug mit einem Rotor und einem Sichtboden bezahlt werden. Es ist alltagstauglich, präzise und wartungsarm. Die Schönheit liegt hier nicht in polierten Brücken, sondern in der Aussicht, die Uhr monatelang in eine Schublade zu legen und anschließend festzustellen, dass sie weniger beleidigt reagiert als manche mechanische Sammlung.

Hundert Meter Wasserdichtigkeit reichen für Schwimmen und den üblichen Alltag, wirken im historischen Vergleich aber etwas sparsam. Ein farblich naher Formula-1-Vorgänger aus den 1990er Jahren trug noch „Professional 200 Meters Quartz“ auf dem Blatt. Die neue Uhr besitzt Saphirglas, Solarwerk und einen Preis jenseits von 2.000 Euro, hält laut Datenblatt jedoch nur halb so tief durch. Fortschritt fährt eben nicht auf jeder Geraden Vollgas.

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort mit Kautschukband und Stahlband

Zwei Bänder, zwei Limitierungen und derselbe solarbetriebene Antrieb: Die Zandvoort-Edition erscheint insgesamt 2.500-mal / Foto: TAG Heuer

Dann kommt die Rechnung an den Tisch

Die Kautschukversion WBY111H.FT8128 wird 1.500-mal gebaut und kostet 2.100 Euro. Für 2.200 Euro gibt es die WBY111L.BA0042 am sandgestrahlten dreireihigen Stahlband, limitiert auf 1.000 Exemplare und laut TAG Heuer ausschließlich online erhältlich. Gegenüber derzeit vergleichbaren Formula 1 Solargraph aus Stahl beträgt der Zandvoort-Aufschlag jeweils rund 150 Euro: Modelle am Kautschukband stehen bei 1.950 Euro, Varianten am Stahlband bei 2.050 Euro. Der frühere Vergleich mit 1.750 und 1.850 Euro stammt aus einer älteren Preisstufe und würde die Sonderfarbe teurer rechnen, als sie heute tatsächlich ist.

Damit ist nicht die Limitierung das Problem, sondern das Preisniveau der gesamten Familie. Mehr als 2.000 Euro bleiben viel Geld für eine solarbetriebene Dreizeigeruhr mit Polymerlünette, selbst wenn Gehäuse, Saphirglas und Verarbeitung deutlich erwachsener ausfallen als bei ihren Kunststoffvorfahren. „Ambitioniert positioniert“ wäre die freundliche Formulierung aus dem diplomatischen Wörterbuch der Uhrenpresse. Die unfreundliche benötigt nur zwei Wörter: zu teuer.

Leider schaut die orangefarbene Version aus, als hätte sie von dieser Diskussion nichts mitbekommen. Sie zieht keinen Smoking an, nur weil die Rechnung kommt, und versucht auch nicht, ihren Preis mit Goldstaub, einer erfundenen Expedition oder einem Sichtboden voller Genfer Streifen zu erklären. Sie sitzt weiterhin in Orange am Tisch und bestellt vermutlich noch eine Runde. Darin liegt ein beträchtlicher Teil ihres Charmes, denn im heutigen Uhrenmarkt beginnt selbst Freizeit gelegentlich mit einer Warteliste. Sympathie ist bloß keine Währung. Das macht die Rechnung nicht niedriger, nur ärgerlicher.

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort im Präsentationset

Die auf 1.000 Exemplare begrenzte Stahlbandversion wird in einer Formula-1-Sonderverpackung geliefert / Foto: TAG Heuer

Das Stahlband ist der Freund, der am Strand Schuhe trägt

Hundert Euro trennen die beiden Varianten, und rein rechnerisch gewinnt das Stahlband diese Diskussion in ungefähr zwei Sätzen. Es macht die Uhr vielseitiger, nimmt ihr einen Teil der Farbe und dürfte dafür sorgen, dass sie nach dem Zandvoort-Wochenende leichter zwischen Büro, Restaurant und dem restlichen Leben pendelt. Seine doppelte Sicherheitsfaltschließe ist außerdem die aufwendigere Lösung als die Dornschließe des Kautschukbands.

Gestalterisch ist dennoch die Kautschukversion schlüssiger. Das Stahlband benimmt sich wie der Freund, der um halb elf fragt, ob man langsam nach Hause gehen möchte, weil morgen schließlich Montag ist. Ein vernünftiger Einwand, bloß völlig zur falschen Zeit. Das orangefarbene Band zieht den Gedanken der Lünette bis zum Ende durch. Es macht aus der Uhr kein Modell mit einigen Zandvoort-Akzenten, sondern einen Gegenstand, der ohne diese Tribünen kaum denkbar wäre. Beim Stahlband endet die Geschichte an den Bandanstößen und fährt anschließend in Business Casual weiter.

Wer 2.100 Euro für eine Solar-Formula-1 ausgibt, sollte gestalterische Vernunft jedenfalls nicht ausgerechnet beim letzten Meter entdecken. Montag kommt ohnehin, und diesmal sogar mit Abbaukolonne.

Flankenansicht der TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort

Die Seitenansicht zeigt das 9,9 Millimeter flache Stahlgehäuse, die gezackte Lünette und die signierte Krone / Foto: TAG Heuer

Erst nach dem Rennen wird Orange zur Erinnerung

Vor dem Wochenende muss niemand erklären, warum diese Uhr so aussieht. Das Orange der Tribünen, die Küste und der angekündigte Abschied liefern ihre Bedienungsanleitung gleich mit. In zehn Jahren könnte sie dagegen auf einem Tisch liegen und eine Frage provozieren: Weshalb baute TAG Heuer damals eine Formula 1, die aussieht, als sei sie in einen Eimer niederländischer Nationalfarbe gefallen?

Dann beginnt die bessere Geschichte. Sie handelt von der Rückkehr des Grand Prix im Jahr 2021, von den Dünen, den überhöhten Kurven und einer Menschenmenge, die den Unterschied zwischen Landesfarbe und Vollkontaktdekoration aufgehoben hatte. Sie handelt auch davon, dass die Veranstalter nach sechs Rennen der neuen Ära aufhörten, obwohl die Strecke blieb. TAG Heuer liefert dafür ausgerechnet eine Uhr, deren Werk theoretisch noch Monate weiterläuft, nachdem die Teamtrucks längst die niederländische Grenze passiert haben.

Der Kalender macht Schluss. Das Kaliber läuft weiter.

Diese Pointe ist stärker als jede auf den Boden gravierte Rundenzahl. Die Zandvoort Solargraph besitzt weder Streckenkarte auf dem Zifferblatt noch Zielflaggenfolklore am Gehäuse. Abgesehen von Farbe, Limitierung und Sonderverpackung bleibt sie eine reguläre Formula 1 Solargraph. Das wirkt zunächst dünn, schützt die Uhr aber vor dem Schicksal vieler Rennsport-Sondermodelle, die aussehen, als sei eine Souvenirbude über ihnen zusammengebrochen.

Zifferblatt der TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort

Graues Opalin, orange-rote Minuterie und rot lackierte Zeiger halten die laute Lünette in einer erstaunlich geordneten Nachbarschaft / Foto: TAG Heuer

Under Consideration: Zu teuer, zu orange, ziemlich schwer zu vergessen

Eine unabhängige Trageprobe ersetzt dieser Blick auf Daten, Geschichte und Bilder nicht. Aussagen über Bandkomfort, Ablesbarkeit in wechselndem Licht oder das tatsächliche Gefühl der Lünette müssen deshalb warten. Das Design lässt sich trotzdem beurteilen, und dort trifft TAG Heuer den Anlass präziser als mit einer weiteren schwarzen Uhr samt diskretem Farbring und einer Gravur, die erst unter der Lupe erklären darf, weshalb das Modell überhaupt existiert.

Die Solargraph ist kompakt, technisch sinnvoll und historisch plausibel. Ihr Quarzwerk ist kein Sparprogramm, sondern die richtige Fortsetzung einer Kollektion, die 1986 gerade deshalb frisch wirkte, weil sie vor mechanischer Ehrfurcht keine Kniebeuge machte. TH-Polylight, Saphirglas und sandgestrahlter Stahl bringen das Konzept in die Gegenwart, auch wenn 100 Meter Wasserdichtigkeit und ein Preis ab 2.100 Euro nicht gerade nach demokratischer Freizeitgestaltung klingen.

Der Preis bleibt der größte Einwand. Für dieses Geld konkurriert die Uhr nicht mehr mit bunten Alltagsquarzern, sondern mit ernsthaften mechanischen Modellen und ausgezeichneten Solaruhren, die einen Bruchteil kosten. TAG Heuer verkauft also weniger die Energiequelle als Gestaltung, Markenname und den richtigen Abschiedsmoment. Das ist kommerziell verständlich und romantisch genug, um kurz darüber hinwegzusehen. Nur eben nicht lange genug, um die Kreditkartenabrechnung zu übersehen.

Trotzdem besitzt die Kautschukversion jene seltene Qualität, die auf Datenblättern keinen eigenen Eintrag erhält: Sie ist unverwechselbar, ohne verzweifelt originell zu wirken. Viele limitierte Rennsportuhren tragen ihre Geschichte wie einen Sponsoroverall, auf dem kein Quadratzentimeter Stoff unbelegt bleiben darf. Diese trägt Orange. Das genügt.

Am Montag nach dem Grand Prix werden Tribünen geleert, Container abgeholt und Absperrgitter verladen. Vielleicht liegt unter einem Sitz noch ein zerdrückter Becher, auf einem Parkplatz eine orangefarbene Kappe, in einem Hotelzimmer eine Akkreditierung hinter dem Nachttisch. Die Formel 1 zieht weiter, weil sie mit Vergangenheit ungefähr so verfährt wie mit abgefahrenen Reifen: Sie war wichtig, bis etwas Neues montiert wurde.

Zurück bleiben Asphalt, Dünen und eine Uhr, die ihre beste Geschichte erst bekommt, wenn der Anlass vorüber ist. Ob Zandvoort eines Tages erneut in den Kalender zurückkehrt, weiß niemand. Bis dahin bewahrt die Solargraph das Orange auf, etwas zu teuer und vollkommen ungeeignet für Menschen, die bei Erinnerungsstücken auf Zimmerlautstärke bestehen.

TAG Heuer Formula 1 Solargraph Zandvoort am orangefarbenen Band

Die Kautschukversion macht aus dem Zandvoort-Farbton keine Dekoration, sondern das ganze Argument / Foto: TAG Heuer

TAG Heuer

Formula 1 TAG Heuer Formula 1 Solargraph / Zandvoort Limited Edition · Ref. WBY111L.BA0042

⌀ 38mm

Material
Edelstahl
Wasserdicht
100 m
Zifferblatt
Grau
Werk
TAG Heuer TH50-00, Quarz
Höhe
9.9 mm

Verfügbar In Produktion

Limitiert · 1000 Stück
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TAG Heuer

Formula 1 TAG Heuer Formula 1 Solargraph / Zandvoort Limited Edition · Ref. WBY111H.FT8128

⌀ 38mm

Material
Edelstahl
Wasserdicht
100 m
Zifferblatt
Grau
Werk
TAG Heuer TH50-00, Quarz
Höhe
9.9 mm

Verfügbar In Produktion

Limitiert · 1500 Stück
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