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Krone ade: IWC’s Raumfahrt-Uhr revolutioniert die Bedienung
Affairs ·18. April 2026

Krone ade: IWC’s Raumfahrt-Uhr revolutioniert die Bedienung

Krone ade: IWC’s Raumfahrt-Uhr revolutioniert die Bedienung

3 Min. Lesezeit

Präzision trifft Robustheit – die Pilot’s Venturer Vertical Drive ersetzt die Krone durch Lünette und Kippschalter. Perfekt für Raumanzüge, sperrig im Alltag. Tradition neu gedacht.

IWCPilotVenturer Vertical DriveRef. IW328601#Watches & Wonders 2026
Marke
IWC
Kollektion
Pilot
Modell
Venturer Vertical Drive
Referenz
IW328601

IWC schickt mit der Pilot’s Venturer Vertical Drive (Ref. IW328601) die erste echte Toolwatch ins All – nicht nur gedacht für die bemannte Raumfahrt, sondern von Vast auch offiziell dafür zertifiziert. Ein patentiertes Drehlünetten-System macht die Krone überflüssig. Praktisch, wenn man mit dicken EVA-Handschuhen die Zeit einstellen muss und draußen die Temperatur von +100 °C auf -150 °C kippt.

Stellen Sie sich vor, Sie schweben in einer Blechbüchse um die Erde. Alle 90 Minuten ein neuer Sonnenaufgang. Die Handschuhe so klobig, dass jeder kleine Knauf zur Qual wird. Genau hier setzt IWC an und präsentiert die Pilot’s Venturer Vertical Drive. Keine modifizierte Fliegeruhr mit Space-Sticker, sondern die erste Uhr der Schaffhausener, die von Grund auf für die extremen Anforderungen der bemannten Raumfahrt konzipiert und in Partnerschaft mit Vast, dem Entwickler der ersten kommerziellen Raumstation Haven-1, getestet und zertifiziert wurde.

Das Herzstück ist das zum Patent angemeldete „Vertical Drive“-Drehlünetten-System. Die Krone – jahrzehntelang der heilige Gral jeder Toolwatch – wird hier kurzerhand entthront. Stattdessen überträgt ein effizientes Kupplungssystem die Bewegungen der Lünette direkt auf die Aufzugswelle. Ein Kippschalter an der Gehäuseflanke wechselt blitzschnell zwischen Aufziehen und Zeiteinstellung. Hybrides Aufziehen (Schwungmasse oder Lünette gegen den Uhrzeigersinn) funktioniert auch in Mikrogravitation einwandfrei. Praktisch im All? Absolut. Auf der Erde wirkt es erst mal ungewohnt – aber genau das unterstreicht ihren Zweck: Funktion vor Ästhetik.

Das mattschwarze Zifferblatt ist radikal auf das Wesentliche reduziert, reflektiert kein Licht, das in der Kabine stören könnte. Zentrale Stunden- und Minutenzeiger zeigen die Missionszeit, ein zusätzlicher Zeiger auf der äußeren Skala die Referenzzeit im 24-Stunden-Format. Warum 24 Stunden? Weil Astronauten bis zu 16 Sonnenaufgänge und -untergänge pro Erdtag erleben. UTC oder GMT wird zur einzigen verlässlichen Uhr. Der blaue Sekundenzeiger und die blauen Akzente erinnern dezent an den Erdhorizont aus dem Orbit. Das neue Manufakturkaliber 32722 liefert 120 Stunden Gangreserve, ein GMT-Modul und eine Datumsanzeige bei 3 Uhr – alles, was ein Raumfahrer oder Vielflieger braucht.

Materialseitig setzt IWC auf weiße Zirkonoxid-Keramik für das Gehäuse und Ceratanium® für Lünette und Boden – leicht, extrem hart und beständig gegen Temperaturschwankungen und Korrosion. Das integrierte weiße Fluorkautschuk-Armband rundet das Paket ab. 44,3 mm Durchmesser, 16,7 mm Höhe, 10 Bar wasserdicht. Der Gehäuseboden trägt eine Gravur mit einem Raumfahrzeug – subtile Erinnerung an die Entdeckerlust.

Vast hat die Uhr nicht sanft behandelt: Vibrationstests entlang aller Achsen bis 10 g, Drucktests mit schnellem Atmosphärenverlust und strenge Prüfung auf Ausgasungen. Die Uhr hat alle Tests bestanden und die offizielle Raumfahrtzulassung für Haven-1 erhalten.

Fairerweise: Auf der Erde wirkt das System etwas ungewohnt und priorisiert Funktion deutlich über klassische Ästhetik. Die Krone bleibt für den Alltag oft die elegantere Lösung. Doch genau das macht die Venturer Vertical Drive ehrlich – sie ist kein Alleskönner, sondern ein hoch spezialisiertes Werkzeug für ein extrem anspruchsvolles Umfeld. Kein Hype, nur Ingenieurskunst mit klarem Zweck.

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